6. Einheit

Das Alltagsleben im Alten Ägypten

Die meisten Menschen im alten Ägypten waren Bauern. Sie bearbeiteten das Land, das dem Pharao gehörte, bis während der jährlichen Nilflut alle Felder von Wasser bedeckt waren. In diesem Zeitraum arbeiteten sie auf den großen Baustellen, zum Beispiel an Pyramiden oder Tempeln. Üblicherweise nahm man alle zehn Tage einen Ruhetag. Die Menschen kochten, putzten, trieben Handel und beteten zu den Göttern, aber es war auch die Zeit für Unterhaltung. Die alten Ägypter liebten Spiele, Musik, Geschichten und Tanz. Es gab viele religiöse Feste zu Ehren der Götter. Beliebt waren auch Sportveranstaltungen mit Boxen, Bogenschießen und Ringen. Unser Wissen über das Leben der alten Ägypter beruht auf Wandgemälden und Alltagsgegenständen in den Gräbern.

Sportliche Ertüchtigung

Abbildungen wie dieses Grabrelief zeigen, dass die alten Ägypter Sport trieben; hier eine Art Hockey. Palmzweige wurden als Stöcke verwendet und der Ball bestand aus Papyrusfasern und Tierhäuten.

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Musikalische Unterhaltung

Dieses Relief zeigt Ägypterinnen, die Musikinstrumente spielen, darunter eine Harfe, eine Laute und eine Flöte. Berufsmusiker und Tänzer traten oft auf den Feiern der Reichen und bei religiösen Festen auf.

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Schönheitspflege

Sat- Hathor- Iunet, Tochter des Pharao Sesostris II.; besaß diesen wunderschönen goldenen Spiegel, der mit Edelsteinen eingelegt war. Die meisten Menschen in Ägypten achteten sehr auf ihr Äußeres. Sie benutzen Öl, um sich gegen die heiße Sonne und den Wind zu schützen. Männer und Frauen schminkten sich. Die Schminke wurde aus rotem Ocker, der mit Harz vermischt wurde, hergestellt.

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Spiele und Spielzeug

Einige Spiele, die die Kinde im Alten Ägypten kannten, spielt man heute noch gerne, z.B. Froschhüpfen oder Tauziehen. Es gibt auch Malereien, auf denen sich Jungen als Soldaten und Mädchen eine Art Piroutte tanzen. Sie kannten Brettspiele, darunter das Schlangenspiel und das beliebte Spiel „Senet“, und eine Vielzahl von Spielzeugen, Spieltieren, Puppen und Bällen. Die Ägypter waren auch große Geschichten- und Märchenerzähler. In einer Geschichte verwandelt ein Zauberer ein Wachskrokodil in ein lebendes, als er es ins Wasser wirft. Solche Erzählungen sollten nicht nur unterhalten, sondern dienten gleichzeitig einem pädagogischen Zweck.

Senet – Das „königliche Spiel“

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Spielregeln

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Spielbrett

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Spielfiguren

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Arbeitsauftrag 1:

Lies dir die Spielregeln für das Brettspiel „Senet“ genau durch und spiele es mit deinem Sitznachbarn.

Kinder und Schule

Die Kinder im alten Ägypten waren gewöhnlich nackt, was sicherlich an der brütenden ägyptischen Hitze gelegen hat. Die ägyptischen Kinder trugen eine besonders auffällige Frisur. Die Haare der Mädchen wurden in mehrere Haarsträhnen geflochten, die bis zu den Schultern fielen. Bei Jungen (aber auch bei Mädchen) wurde das Haar kurzgeschoren, bis auf eine lange Strähne, die bis auf die Schulter fallen konnte. Diese Frisur kennen wir heute unter dem Begriff „Jugendlocke“, denn mit Eintritt in das Erwachsenenalter wurde sie abgeschnitten.

agypten_kindTempel von Abydos

Pharao RAMSES II. als Kind. An seinem glattrasierten Kopf ist die kunstvoll  geflochtene Jugendlocke zu sehen.

In einer ägyptischen Schule

Eine Schule zu besuchen war in Ägypten genauso wichtig wie heute. Ohne Schulbildung hatten die Ägypter keine Möglichkeit, einen angesehenen Beruf zu erlernen. Doch für die allermeisten Eltern kam ein Schulbesuch ihrer Kinder nicht in Betracht, denn für ihre Sprösslinge war von Geburt an ein anderer Weg vorgesehen.

Wer durfte in die Schule gehen?

Im Prinzip konnte jedes Kind ab 5 Jahren eine ägyptische Schule besuchen. Eine Schulpflicht wie heute gab es aber nicht. In den meisten Fällen nahmen nur Kinder der reichen Oberschicht am Unterricht teil. Kinder von armen Familien, und arm war der allergrößte Teil der ägyptischen Bevölkerung, hatten keine Zeit für Schule. Sie mussten entweder ihrem Vater bei dessen Beruf helfen oder der Mutter bei der Hausarbeit zur Hand gehen.

Die meisten Jungen der Unterschicht gingen schon in jungen Jahren bei ihrem Vater in die Lehre und wurden Bauern, Fischer oder Handwerker.

Auch Mädchen

Mädchen konnten übrigens auch die Schule besuchen, was in anderen antiken Kulturen überhaupt nicht selbstverständlich war. Aber nur sehr wenige Mädchen machten von dieser Möglichkeit Gebrauch. Sie heirateten früh und mussten sich daher schon in sehr jungen Jahren um ihre eigene Familie und ihren eigenen Haushalt kümmern. Berufe erlernten sie daher nur selten, so war eine Schulausbildung für sie einfach überflüssig.

Wir können aber dennoch davon ausgehen, dass einige Mädchen Grundkenntnisse in Schreiben und Mathematik von ihren Müttern erhielten. Es sind einige Fälle belegt, in denen Frauen ihr eigenes Vermögen besaßen und es auch selbst verwalteten.

familie-inherkauGrab des Inherkau

Der Großvater fährt seiner Enkelin zärtlich über das Haar, das aus mehreren Seitenlocken besteht ihre jüngere Schwester, die vor ihr auf dem Boden hockt, bekommt von ihr ein Wachtelküken überreicht.
Die Kinder sind außer einer Kette und Armreifen nackt, so wie es im alten Ägyten wegen der großen Hitze üblich war.

Wo und was wurde unterrichtet?

Unterrichtet wurde in Höfen, in denen es sich die jüngeren Kinder im Schneidersitz auf einer Matte bequem machten.

Ältere Kinder gingen in eine Schreiberschule, ein so genanntes „Haus des Lebens“. Neben Schreiben und Lesen, unterrichteten die Lehrer ebenfalls in Mathe, Geometrie und Astronomie. In späteren Jahren standen zudem noch Medizin, Geografie, Recht, das Verwaltungswesen sowie Religion auf dem Stundenplan. Die religiösen Ägypter lernten in ihrer Schule sogar das Fach Traumdeutung. Am wichtigsten war jedoch das Fach Schreiben und Lesen.

Arbeitsauftrag 2:

Inwiefern unterscheidet sich der Alltag eines Schulkindes im Alten Ägypten, von deinem Schultag? Schreibe deine Gedanken, in 5 Sätzen nieder.